Früher gab es sie noch, die großen Duelle: Mac gegen PC, katholisch gegen evangelisch, Hosen gegen Ärzte – und Berlin gegen Ruhrgebiet. Beim letzten Duell geht es (hier) weniger um die Frage, wer mehr runtergewirtschaftet ist, sondern wo man die beste Currywurst bekommt. Für 2017 ist die Antwort klar: der virtuelle Titel bleibt im Westen, genauer: er bleibt in Bochum.

Platz eins geht an jene Bude, die der unvermeidbare Grönemeyer seinerzeit besang: das Bratwursthaus im Bermuda-Dreieck. Currywurst-Pommes-Mayo mit Bratwurst und Krakauer sind schlicht ein Festmahl. Auf keinen Fall schlechter, nur anders, geht es ein paar Kilometer weiter zu. In Wattenscheid steht der legendäre Profi-Grill. Ja, der mit dem Sternekoch und der vermutlich besten Currysauce der Welt (großes Foto).

In Dortmund führt nach wie vor nichts an Wurst-Willi vorbei, wobei am Phoenix-See was Interessantes dazugekommen ist: Wurst mit Soße. Die Currywurst ist hier eher solide, aber die Pommes mit Trüffelrahm und Parmesan gehen als Gesamtkunstwerk durch.

Original hin oder her: Gegen die Vielfalt aus dem Ruhrgebiet hatten die Hervorbringungen aus der Hauptstadt in diesem Jahr wenig Chancen. Die Tatsache, dass die beste Wurst in diesem Jahr ausgerechnet in einem Hotel zu haben war, erzählt eben auch etwas von der Berliner Gesamtsituation. Das Hotel war der Schweizerhof und die Wurst exzellent – dazu gab es die besten Pommes des Jahres. Immer wieder gut: die EsS-Bahn am Flughafen Tegel, eher solide: der Imbiss des Currywurst-Museums am Checkpoint-Charlie.

Was fehlt? Curry 36 in Berlin und Curry Heinz in Gelsenkirchen (keine Gelegenheit) sowie die Wurst von Volkswagen (kein Vertrauen in die angegebenen Werte).

Und Mainz? Es gibt hier und da Versuche, ein angemessen ernstzunehmendes Angebot zu machen – wie etwa in der Bude am Hechtsheimer hagebau-Markt. Aber das ist eine andere Liga und hat wie im Fußball mit den wirklich großen Duellen nichts zu tun. In Rheinhessen bleibt man besser bei einem Ring Fleischwurst.

 

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24. Dezember 2017